Interessenkonflikte sind sooo 2025!!!

Warum Interessenkonflikte Ihre gewünschte Lifecycle-Lösung unmöglich machen

Sind wir mal ehrlich: Würden Sie einem Elektriker die Verantwortung für den gesamten Bau Ihres Mehrfamilienhauses geben – und ihm danach die Haus- und Mietverwaltung übertragen? Wohl eher nicht. Aus gutem Grund. Der Elektriker ist absoluter Experte in seinem Bereich rund um Elektrik, verfügt aber allenfalls über gefährliches Halbwissen in anderen Gewerken.

Warum versuchen Unternehmen dann, das Design und den Betrieb ihrer IT-Infrastruktur an einen Hersteller, ein Systemhaus oder gar an eine Leasinggesellschaft zu vergeben? Alles Experten in ihrem Gebiet – jedoch mit gefährlichem Halbwissen in anderen Gewerken und ohne ausreichende Kompetenzen, Ressourcen und Tools, um andere Experten innerhalb des Lifecycles zu orchestrieren.

Und worüber schon gar keiner spricht, ist das Geld bzw. das Geschäftsmodell der einzelnen Anbieter. Es ist offensichtlich, dass Hersteller, Systemhäuser, Leasinggesellschaften und auch EoL-Partner in einzelnen Gewerken des Lifecycles konkurrieren, um ein größeres Stück vom Kuchen zu bekommen. Außerdem hängen ihre Geschäftsmodelle von Dingen ab, die nicht nur innerhalb der Anbieter, sondern auch gegenüber den Interessen des Kunden klares Konfliktpotenzial bergen.

Ein paar Beispiele – Erlöslogiken

Hersteller: Geschäftsmodell auf kurze Zyklen und maximale Ausstattung ausgelegt – im Idealfall ohne Zwischenhändler und zum höchstmöglichen Preis.

Systemhäuser: Ein Teil des Geschäfts ist ebenfalls HW-Verkauf (idealerweise mit großen Hersteller-Rabatten). Der Löwenanteil entsteht im Service. Heißt: Alle technischen Möglichkeiten, Devices schon im Werk zu betanken, per Remote Access zu steuern oder via Predictive Maintenance zu warten, verringern die Ertragsmöglichkeiten der Systemhäuser.

Leasinggesellschaften: Verdienen einen kleinen Teil über Zinsen und – entgegen landläufiger Meinung – nur einen kleinen Teil über die Wiedervermarktung am Ende. Der größte Teil entsteht durch ungeplante Verlängerungen. Damit stehen die Interessen der Leasinggeber im Konflikt mit denen der Hersteller und Systemhäuser (häufige Erneuerung) und mit den Interessen der Unternehmen.

Somit zurück zur eigentlichen Frage: Warum glauben Unternehmen, dass einer der genannten Experten in der Lage ist, einen individualisierten und zugleich automatisierten Lifecycle zu designen und zu betreiben?

Unserer Meinung nach fehlen Kompetenzen, die entweder von den genannten Anbietern aufgebaut werden müssen oder über Partnerschaften mit Kompetenzträgern kommen, die nicht gleichzeitig im Wettbewerb um einzelne Gewerke des Lifecycles stehen.

Als Unternehmen haben Sie drei Möglichkeiten:

  1. Weitermachen wie gehabt – mit dem Wissen, warum es nie funktionieren wird.
  2. Warten, bis die bekannten Anbieter die fehlenden Kompetenzen aufgebaut haben.
  3. Ihre Anbieter aktiv unterstützen, indem Sie diese Kompetenzen von einer neutralen Stelle beziehen – und damit nicht nur sich selbst, sondern auch Ihren Lieferanten helfen.

Es liegt an Euch bzw… müsst ihr wissen. (๑ > ᴗ < ๑)